Sechs abgeschlossene Experimente mit dem lokalen Chemie-Werkzeugstack. Alle Messwerte aus tatsächlichen Berechnungen auf dem Mac Studio M3 Ultra (256 GB), Juni 2026.
✓ ABGESCHLOSSEN · Juni 2026 · 8 Projekte · Python 3.12
Frage: Welche Verbindung besteht zwischen der topologischen Struktur eines biochemischen Reaktionsnetzwerks und seiner Langzeitdynamik? Feinbergs Deficiency-Zero-Theorem (1972) sagt für δ=0 genau einen stabilen Fixpunkt voraus — unabhängig von Ratenkonstanten.
Netzwerk auswählen → Euler-Integration (Δt=0.05, 500 Schritte) zeigt Langzeitdynamik. Grün: Spezies 1 · Orange: Spezies 2. Parameter identisch mit Python-Skript.
Frage: Wie verhalten sich die Energieausgaben von MACE-OFF23 gegenüber PySCF B3LYP/6-31G* für verschiedene organische Molekülklassen?
Frage: Welche Reaktionsnetzwerke können durch Diffusion destabilisiert werden und räumliche Muster bilden? Turing (1952): Ein stabiles System kann durch unterschiedliche Diffusionsgeschwindigkeiten der Reaktanden instabil werden.
Turing-Bedingungen (analytisch, SymPy): (S1) tr(J) = a + d < 0 → −0.6021 + 0.6001 = −0.002 < 0 ✓ (S2) det(J) = ad − bc > 0 → 0.2652 > 0 ✓ (T1) a + d·(d₂/d₁) > 0 → erfüllt für d₂/d₁ > 1.003 (T2) (a + d·δ)² − 4δ·det > 0 → erfüllt für d₂/d₁ > 5.27 (Schwelle)
Selkov-Parameter (k₀=0.5, k₁=0.08, k₂=1.0, k₃=0.6) · D₁=0.005 fest · D₂=Slider·D₁ · N=80 Zellen. Unterhalb des Schwellenwerts: homogenes Gleichgewicht. Oberhalb: Turing-Musterbildung.
1D Reaktions-Diffusion · Selkov · d₂/d₁ = 1.0
Frage: Bildet ein Sprachmodell beim Betrachten unlabeled chemischer Zeitreihen Kategorien, die bekannten dynamischen Klassen entsprechen? Das Interessante sind die Abweichungen: Mustererkennung vs. Mustererfassung.
Datensatz
80 Zeitreihen
20 × 4 Klassen · Tellurium 2.2.13
qwen3 Taxonomie
7.158 Zeichen
thinking-Feld · aus Pilotsatz 8 Zeitreihen
Klassifiziert
66 / 80
14 ohne Klassifikation (leere Batch-Antworten)
LLM-Kategorien
26 ≠ 4
Modell bildet 6,5× mehr Distinktionen als GT
80 Zeitreihen als Kacheln (4 Farben = Ground-Truth-Klassen). Umschalten zeigt, wie das LLM diese in 26 Unterkategorien aufteilt. Grau = 14 nicht klassifizierte Zeitreihen.
Klassenverteilung: Ground Truth vs. LLM
/Volumes/CLAUDE-DATA/Projekte/C4_Naturalist_AI/output/taxonomy_raw.txtFrage: Konvergieren zufällig mutierende Reaktionsnetzwerke bevorzugt gegen Netzwerke mit Feinberg-Deficiency δ=0? Das würde bedeuten: Topologische Robustheit ist ein evolutionärer Attraktor.
Pilotstudie
20 Linien
× 200 Schritte · 4 Kerne (multiprocessing)
Finale δ = 0
3 / 20 (15%)
kein statistisch signifikanter Drift zu δ=0
Mittlere Deficiency
1,30 ± 0,84
nach 200 Schritten
Akzeptanzrate
0,984
fast alle Mutationen überleben
Paper: Isichei & Magueijo, Phys. Rev. Lett. 136, 231501 (2026). Emergente Gravitation aus thermodynamischem Otto-Zyklus über kausal-konvexen Diamonds; Lorentz-Verletzung.
Graphknoten
23
8 Annahmen + 10 Gleichungen + 5 Schlussfolgerungen
Kanten gesamt
41
25 Vorwissen + 10 Mistral-LLM + 6 Schlussfolgerungen
Top Eingangs-Zentralität
E3: 0,227
η-Formel: 5 Annahmen münden ein
Top Betweenness
E7: 0,017
FRW-Gleichung 2 — kritischste Vermittlung
Zentrales Ergebnis: Annahme A5 (η ∝ l) ist der einzige Knoten nicht ableitbar aus Stokes (A2) oder Thermodynamik. Sie ist der konstruktive Freiheitsgrad — erklärt warum L₂ als neue Fundamentalkonstante auftaucht.
Annahmen-Abhängigkeitsgraph (hover über Knoten)
Orange = Annahmen (A1–A8) · Grün = Gleichungen (E1–E10) · Lila = Schlussfolgerungen (C1–C5) · A5 ★ = konstruktiver Freiheitsgrad
Was ist ein gepoolter CRISPR-Screen?
CRISPR ist eine Methode, mit der einzelne Gene gezielt ausgeschaltet werden können.
In einem gepoolten Screen werden viele Gene gleichzeitig untersucht: Anstatt
jedes Gen einzeln auszuschalten, mischt man Tausende von Anleitung-RNAs (guide RNAs)
in einem einzigen Experiment – und unterscheidet später anhand molekularer
Barcodes, welche Kombination in welcher Zelle aktiv war.
Dabei stellt sich eine präzise kombinatorische Frage: Wie viele Experimente sind nötig,
damit jede mögliche Kombination aus drei Genen mindestens einmal untersucht wird?
Die mathematische Struktur. Mit N = 20 Zielgenen und allen möglichen 3er-Kombinationen gibt es C(20,3) = 1.140 Triplets zu erfassen. Ein naiver Ansatz benötigt genau 1.140 separate Experimente. Durch „Pooling“ — jeder Ansatz enthält M = 10 Gene gleichzeitig — lässt sich diese Zahl drastisch reduzieren. Die entscheidende Frage lautet: Existiert überhaupt eine so kleine Bibliothek? Und wie groß muss sie mindestens sein?
Erdős’ probabilistische Methode als Existenzbeweis. Man definiert einen Wahrscheinlichkeitsraum: Jeder Pool wählt zufällig M Gene aus N aus. Die Wahrscheinlichkeit, dass ein zufälliger 10-Pool ein bestimmtes Triplet überdeckt, beträgt p = C(17,7)/C(20,10) = 24.310/184.756 ≈ 10,53 %. Mit L zufälligen Pools gilt: P(irgendein Triplet nicht abgedeckt) ≤ C(20,3) · (1−p)^L. Für diese Schranke < 1 folgt: Eine Bibliothek der Größe L ≥ 126 überdeckt alle 1.140 Triplets mit Wahrscheinlichkeit > 99,9 %. Also existiert sie — auch ohne eine einzige explizite Konstruktion angegeben zu haben.
Der numerische Kern des Existenzbeweises lässt sich als Lean-4-Satz formulieren
und von norm_num automatisch verifizieren:
theorem existence_N20_K3_M10 :
(1140 : ℝ) * (1 - (24310 : ℝ) / 184756) ^ 64 < 10⁻³ := by
norm_num
-- Ergebnis: 1140 · 0.8947^64 ≈ 8.4 × 10⁻⁴ < 10⁻³ ✓
Werkzeuge: numpy · scipy · matplotlib · itertools (Standard-Python, keine externen Abhängigkeiten) ·
Skript: /Volumes/CLAUDE-DATA/Projekte/C5_CRISPR_Covering/crispr_covering.py
Ausgangsfrage: Gibt es einen statistischen Zusammenhang zwischen Feinberg-Defizit δ eines biochemischen Reaktionsnetzwerks und seiner Fähigkeit zur Turing-Instabilität? 43,883 zufällig generierte Netzwerke wurden vollständig analysiert. Das Ergebnis widerspricht der Ausgangshypothese.
Befund 1: Keine Turing-Instabilität
Kein einziges der 9.601 stabilen Netzwerke zeigt Turing-Instabilität — unabhängig von δ. Chi²-Test nicht anwendbar (alle Zellen null). Turing-Muster erfordern Aktivator-Inhibitor-Struktur (Jii>0, Jjj<0), die bei zufälliger Massenwirkungskinetik äußerst selten vorkommt. Turing-Instabilität ist ein strukturell erzwungenes, kein generisches Phänomen.
Befund 2: Stabilitätsrate steigt monoton mit δ
δ=0: 14,9 % — δ=1: 28,4 % — δ=2: 34,8 % — δ=3: 37,8 % — δ=4: 45,0 %. Das Deficiency-Zero-Theorem garantiert Stabilität nur bei Komplex-Balanciertheit, die zufällige Netzwerke selten erfüllen. Höheres δ erhöht strukturelle Flexibilität, sodass physikalische Gleichgewichte häufiger existieren.
Werkzeuge: Python 3.12 · NumPy · SciPy · NetworkX · Tellurium/libRoadRunner · multiprocessing (14 Prozesse) · Matplotlib — 50.000 zufällige Netzwerke, 250 s, Apple M-Chip Mac Studio