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Manipulierbarkeitsstudie · Mechanismus-Design · Berlin 2026

Kita-Manipulierbarkeit Formale Analyse: Geschwisterregeln und Strategiesicherheit
Formal analysis: sibling rules and strategy-proofness

Formale VerifikationKeine Anleitung, nur Struktur-AussageStand Juli 2026

Kita-Zuteilungsverfahren (Deferred Acceptance, DA) sind im Grundmodell beweisbar strategiesicher: Eltern fahren am besten, wenn sie ihre wahren Wunsch-Reihenfolge angeben. In der Praxis kommen aber Zusatzregeln hinzu — allen voran die Geschwisterbindung. Diese Studie formalisiert zwei technisch unterschiedliche Umsetzungen dieser Regel und prüft systematisch, welche davon Strategiesicherheit bricht.

Zweck dieser Seite: aggregierte Struktur-Aussage — welche Implementierungsdetails Manipulierbarkeit erzeugen —, ausdrücklich keine Schritt-für-Schritt-Anleitung zum Manipulieren echter Verfahren.

Zwei Modelle, zwei Ergebnisse

0 / 23.000+
Alles-oder-nichts-Modell: manipulierbare Instanzen (unilateral + gemeinsam geprüft)
5–15 %
Prioritätskopplungsmodell: Manipulationsrate (variiert nach Stichprobe)

Der Unterschied: das Prioritätskopplungsmodell ändert die Dynamik des Verfahrens (ein Kind bekommt während des Verfahrens Vorrang an der Kita seines bereits platzierten Geschwisters), das Alles-oder-nichts-Modell trennt erst nachträglich. Nur Ersteres bricht Strategiesicherheit — und ist vermutlich näher am tatsächlichen Verfahren hinter dem bekannten Münster-Vorfall.

Kartierung: kein scharfer Schwellenwert, ein Gradient

Keine Bimodalität („immer“ vs. „nie“ manipulierbar) — stattdessen ein sauberer, statistisch hochsignifikanter Gradient nach Konkurrenzdichte an der von den Geschwistern bevorzugten Kita (2.000 Instanzen, p<0,0001).

Manipulationsrate nach Konkurrenzdichte

Formale Absicherung

Eigene Deferred-Acceptance-Implementierung gegen 10.000 Zufallsinstanzen validiert (0 Abweichungen von einer unabhängigen Python-Referenzbibliothek). Z3-SAT-Stabilitätsprüfung (echte Solver-Anfragen) über 150 Instanzen: 22 % klassisch instabil — erwartbare, keine fehlerhafte Eigenschaft des Prioritätskopplungsmodells. Vollständige Enumeration für Kleinstinstanzen als Grundwahrheit.

Einordnung: Analyse eines synthetischen, plausibel kalibrierten Modells (Distanz-, Popularitäts-, Geschwisterkorrelation als Generatorfamilien) — keine Untersuchung eines konkreten realen Systems. Welches Modell tatsächlich hinter realen deutschen Kita-Vergabeverfahren steht, bleibt offen.